KI-Projekte fördern lassen: Was nach dem Aus von KMU.DIGITAL in Österreich bleibt
Fabian Fürlinger, Gründer, AP&F Software FlexCo5 Min. Lesezeit

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KMU.DIGITAL nimmt keine Anträge mehr an: Das Budget ist ausgeschöpft, ab 2027 wird das Programm nicht fortgeführt. Für KI-Projekte bleiben im Herbst 2026 vor allem die FFG Skills Schecks für Weiterbildung, der FFG Innovationsscheck mit Forschungspartner, der erhöhte Investitionsfreibetrag für Investitionen bis Ende 2026 und einzelne Landesprogramme.
Kann man KMU.DIGITAL 2026 noch beantragen?
Nein. Auf kmudigital.at steht unmissverständlich, dass das Budget von KMU.DIGITAL 4.0 vollständig ausgeschöpft ist und keine Anträge für Beratungs- und Umsetzungsförderung mehr möglich sind. Die WKO schreibt in ihren FAQ vom 23. September 2026, dass das Programm wegen Budgetkonsolidierung ab 2027 nicht fortgeführt wird. Eine Nachfolgelösung gibt es derzeit nicht.
Für viele Betriebe war KMU.DIGITAL der niederschwellige Einstieg. Seit dem Neustart im Mai 2024 wurden laut WKO rund 18,7 Millionen Euro bereitgestellt und über 18.300 Anträge eingebracht, Stand Jänner 2026. Die Beratungsförderung lag bei bis zu 3.000 Euro pro Unternehmen.
Ob ein KI-Projekt gelingt, hängt allerdings selten an der Förderung. Ein Projekt, das Arbeit abnimmt, rechnet sich auch ohne Zuschuss, und eines, das keine abnimmt, macht auch eine Förderung nicht besser.
Welche Förderungen gibt es im Herbst 2026 noch für KI-Projekte?
| Programm | Wofür | Höhe | Frist |
|---|---|---|---|
| FFG Skills Schecks 2026 | Externe Weiterbildung, Schwerpunkte unter anderem künstliche Intelligenz | Bis 50 Prozent, max. 5.000 Euro pro Person, bis zu 5 Personen | Laufend bis 15.12.2026, 12:00 Uhr, solange Mittel da sind |
| FFG Innovationsscheck mit Selbstbehalt 2026 | Vorbereitende Forschung mit einer Forschungseinrichtung, etwa Machbarkeit oder Prototyp | Bis 10.000 Euro, max. 80 Prozent | Bis 02.11.2026, 11:00 Uhr |
| Investitionsfreibetrag (IFB) | Steuerlicher Freibetrag auf Investitionen, etwa Hardware | 20 statt 10 Prozent, Öko-IFB 22 statt 15 Prozent | Investitionen von November 2025 bis Dezember 2026 |
| DIGITAL.PLUS 26, nur Oberösterreich | Digitalisierung, Datenmanagement und KI, IT-Sicherheit | 35 Prozent, max. 7.000 Euro | Antrag bis 02.11.2026 |
| aws AI-Adoption | Einführung von KI im Unternehmen | Im letzten Call bis 80 Prozent, max. 150.000 Euro | Derzeit kein offener Call, der letzte endete am 28.02.2025 |
Wie lässt sich eine KI-Schulung fördern?
Für Schulungen sind die Skills Schecks der FFG der direkteste Weg. Gefördert werden bis zu 50 Prozent der externen Weiterbildungskosten, maximal 5.000 Euro pro Person und für höchstens fünf Personen pro Unternehmen. Künstliche Intelligenz zählt ausdrücklich zu den Schwerpunkten. Der Antrag muss vor Beginn der Weiterbildung bei der FFG liegen.
Das passt gut für einen Betrieb, der seine Kern-User schulen will: Fünf Leute aus Kalkulation und Projektleitung sind die Gruppe, bei der sich KI-Kompetenz im Alltag am schnellsten bemerkbar macht. Nebenbei erfüllen Sie damit einen Teil Ihrer Pflicht nach Artikel 4 AI Act.
Was wird bei KI-Projekten nicht gefördert?
- Laufende Lizenzen wie Copilot oder ChatGPT. Das sind normale Betriebsausgaben.
- Projekte, die schon begonnen haben. Bei aws und bei den Skills Schecks muss der Antrag vor dem Start liegen. Bei DIGITAL.PLUS 26 darf das Projekt höchstens zehn Wochen vor dem Antrag begonnen haben.
- Reine Einführung ohne Forschungsanteil beim Innovationsscheck. Dort ist eine Universität, Fachhochschule oder außeruniversitäre Forschungseinrichtung als Partner Pflicht.
- Dieselben Kosten doppelt. Wer mehrere Programme kombiniert, muss die Kosten sauber trennen.
Achten Sie außerdem auf die De-minimis-Grenze. Beim Innovationsscheck etwa dürfen Unternehmen in drei Jahren insgesamt nicht mehr als 300.000 Euro an De-minimis-Förderungen erhalten haben.
Wie plant man ein KI-Projekt, damit die Förderung passt?
- 01
Erst das Problem, dann die Förderung
Messen Sie, wo Zeit verloren geht, zum Beispiel wie lange ein Angebot vom Anruf bis zum Versand dauert. An solchen Stellen setzt ein Projekt an, die passende Förderung kommt danach.
- 02
Projekt in Teile schneiden
Schulung, Hardware und Entwicklung lassen sich oft getrennt betrachten. Schulung passt zu den Skills Schecks, Hardware zum Investitionsfreibetrag, ein echter Forschungsanteil zum Innovationsscheck.
- 03
Antrag vor Start
Klären Sie Fristen und Antrag, bevor jemand eine Rechnung schreibt oder ein Kurs beginnt.
- 04
Steuerberater einbinden
Ob eine Anschaffung unter den Investitionsfreibetrag fällt, regelt das Steuerrecht, und das klärt Ihr Steuerberater.
Für einen lokalen Suchassistenten über ein Projektarchiv sind 8.000 bis 20.000 Euro Hardware kalkuliert und null Euro für Softwarelizenzen, weil offene Modelle eingesetzt werden. So eine Anschaffung ist ein Kandidat für den Investitionsfreibetrag, wenn sie bis Ende 2026 erfolgt. Wer noch nicht weiß, wo KI im Betrieb Sinn hat, klärt das am besten vor dem ersten Antrag, zum Beispiel mit einem KI-Fahrplan.
Wo bekommt man aktuelle Auskunft zu Förderungen?
Erste Anlaufstelle ist die Wirtschaftskammer Ihres Bundeslands. Die WKO verweist nach dem Ende von KMU.DIGITAL ausdrücklich auf andere Förder- und Unterstützungsangebote, die je nach Größe, Branche, Investitionsvorhaben und Bundesland in Frage kommen. Für Bundesprogramme lohnt sich der Newsletter von aws und FFG, weil KI-Calls dort befristet ausgeschrieben werden.
Häufige Fragen
Gibt es einen Nachfolger für KMU.DIGITAL?
Derzeit nicht. Die WKO schreibt im September 2026, dass KMU.DIGITAL wegen Budgetkonsolidierung ab 2027 nicht fortgeführt wird und es aktuell keine Nachfolgelösung gibt. Sie verweist auf andere Förder- und Unterstützungsangebote, die je nach Unternehmensgröße, Branche und Bundesland passen. Ansprechpartner ist die Wirtschaftskammer Ihres Bundeslands.
Kann man eine KI-Schulung für Mitarbeiter fördern lassen?
Ja, über die FFG Skills Schecks 2026. Gefördert werden bis zu 50 Prozent der externen Weiterbildungskosten, höchstens 5.000 Euro pro Person und bis zu fünf Personen pro Unternehmen. Künstliche Intelligenz zählt zu den Schwerpunkten. Der Antrag muss vor Kursbeginn gestellt werden, spätestens bis 15. Dezember 2026 und nur, solange Mittel vorhanden sind.
Wird die Copilot-Lizenz gefördert?
Nein, nicht über die hier genannten Programme. Laufende Lizenzen wie Microsoft Copilot oder ChatGPT Business sind normale Betriebsausgaben. Förderfähig sind eher Weiterbildung, vorbereitende Forschung mit einem Forschungspartner oder je nach Bundesland Digitalisierungsprojekte. Für Anschaffungen wie Hardware kommt der Investitionsfreibetrag in Frage, das klärt Ihr Steuerberater.
Wann gibt es wieder eine aws-Förderung für KI?
Ein Termin ist nicht bekannt. Der letzte Call von aws AI-Adoption lief bis 28. Februar 2025 und förderte bis zu 80 Prozent der Projektkosten, maximal 150.000 Euro. Für neue Einreichmöglichkeiten verweist die aws auf ihren Newsletter. Projekte, die vor dem Antrag begonnen haben, sind von der Förderung ausgeschlossen.
Quellen
Die Beispiele aus Betrieben stammen aus anonymisierten Kundengesprächen von AP&F. Stand aller Angaben: 11. Oktober 2026.
- 01KMU.DIGITAL: Startseite und Programmstatus
- 02WKO: FAQs zu KMU.DIGITAL, KMU.DIGITAL endet mit 2026 (23.09.2026)
- 03WKO Kärnten: Neue Fördermittel für KMU.DIGITAL ab 12. Jänner verfügbar
- 04FFG: Skills Schecks 2026
- 05FFG: Innovationsscheck mit Selbstbehalt 2026
- 06WKO: Investitionsanreize, Innovation und Digitalisierung
- 07WKO Oberösterreich: Aktuelle Förderprogramme (DIGITAL.PLUS 26)
- 08aws: AI-Adoption


